Großbäckerei Müller schon seit Jahren auffällig
München (dapd). Die Großbäckerei Müller-Brot ist schon lange wegen Hygienemängeln im Visier der Behörden. Der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sagte am Freitag dem Bayerischen Rundfunk: "Wir kennen den Betrieb ja schon seit einiger Zeit und waren in den letzten Jahren mehrfach in dem Betrieb." Es habe bereits mehrfach Auflagen für Müller-Brot gegeben. "Leider hat sich eine dauerhafte Besserung nicht ergeben." Daher sei nun der Produktionsstopp nötig geworden.
Die Firma dürfe die Produktion erst wieder aufnehmen, wenn bei einer Kontrolle nichts Wesentliches mehr beanstandet werde, sagte Zapf. "Also erst nach Freigabe durch die Behörden."
Nach Angaben des Landratsamts Freising sind in der Zentralbäckerei von Müller-Brot in Neufahrn die Maschinen verschmutzt. Zudem wurde Ungeziefer gefunden.

Die SPD im bayerischen Landtag zeigte sich entsetzt darüber, dass die bedenklichen Zustände schon lange bekannt sind. Das lasse aufhorchen, "das schreit geradezu nach Aufklärung", sagte SPD-Verbraucherpolitikerin Sabine Dittmar. Womöglich hätten es die Behörden verschlafen, zeitig die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Fraktion sieht sich zudem in ihrer Forderung bestätigt, mehr Lebensmittelkontrolleure in Bayern zu beschäftigen.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch warf der bayerischen Staatsregierung vor, die Veröffentlichung der Ergebnisse von Hygienekontrollen zu blockieren. Bei einer solchen Regelung wären die Zustände bei Müller-Brot entweder längst ordentlich oder die Verbraucher hätten einen Bogen um die Bäckerei gemacht, sagte der Vize-Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt. Kontrollergebnisse müssten im Internet veröffentlicht werden sowie an jeder Ladentür mit einem leicht verständlichen Symbol wie dem Smiley - so wie es Dänemark seit zehn Jahren vormache.
Derweil bedauerte der Verband Deutscher Großbäckereien (VDG) die Zustände bei Müller-Brot. "Nur Betriebe mit hohen Hygienestandards werden wettbewerbsfähig bleiben", erklärte VDG-Hauptgeschäftsführer Armin Juncker.
dapd
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