"Über die Einführung hat das zuständige Umweltministerium intensiv informiert"
Berlin (dapd). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer macht die Mineralölkonzerne für die Probleme bei der Einführung des Biokraftstoffs E10 verantwortlich und fordert die Unternehmen auf, rasch etwas gegen die Absatzprobleme zu tun. "Über die Einführung hat das zuständige Umweltministerium intensiv informiert, und die Mineralölwirtschaft kann jetzt nicht so tun, als ginge sie das alles nichts an", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Die Mineralölwirtschaft weiß sonst auch ganz genau, wie man Märkte durchdringt und die Nachfrage ankurbelt. Genau das erwartet die Bundesregierung jetzt von den Konzernen."
Kritik der Konzerne an der Informationspolitik der Bundesregierung bei der Einführung von E10 wies der Bundesverkehrsminister zurück: "Es ist immer dasselbe, wenn was nicht läuft wie erwartet, schiebt die Wirtschaft alles auf die Politik, das kenne ich als altes parlamentarisches Schlachtross."

Viele Autobesitzer sind in den vergangenen Wochen auf Super Plus ausgewichen, obwohl E10 um einige Cent je Liter billiger ist. Ein geringerer Teil der Autos verträgt die neue Kraftstoffsorte allerdings nicht. Umweltverbände sehen diese zudem mit Skepsis, weil für den beigemischten Zehn-Prozent-Anteil an Bioethanol Nahrungsmittel produziert und verwendet werden müssen.
Auch in der Bundesverwaltung stößt die bei Autobesitzern wenig beliebte neue Benzinsorte E10 auf Skepsis. Die Dienstfahrzeuge des Innenministeriums werden bislang nicht mit dem neuen Kraftstoff betankt. Man wolle erst "prüfen, ob Teile des Fuhrparks E10-tauglich sind", sagte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Gleiches gelte für die dem Innenminister unterstellten Behörden, also auch für die Bundespolizei.
dapd
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