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Ministerium lässt Amflora-Genkartoffeln sicherstellen

BASF muss den Verdacht auf Verunreinigungen zweifelsfrei widerlegen

Schwerin (dapd). Eine Woche nach dem werbewirksamen Erntestart auf dem Genkartoffel-Acker in Zepkow durch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sämtliche Bestände der Saatgutkartoffel Amflora sicherstellen lassen. Eingelagerte Kartoffeln dürften nicht in Verkehr gebracht werden, die Ernte werde gestoppt, teilte das Ministerium am Montag in Schwerin mit.

Mit dem Verbot reagiere man auf Vorfälle in Schweden, wo es zu einer Vermischung von Amflora mit anderen, nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Kartoffeln gekommen sei, sagte Backhaus. Die nach Gentechnikgesetz verordnete Sperre gelte solange, bis der Projektbetreiber BASF den Verdacht zweifelsfrei widerlegen könne, dass auch die in Zepkow aufgewachsenen Kartoffeln Verunreinigungen aufweisen.

Nach Angaben von BASF waren bereits Ende August bei Qualitätskontrollen in einem Amflora-Bestand im Norden von Schweden nicht zugelassene Genkartoffelpflanzen der Sorte Amadea entdeckt worden. Demnach soll die Vermischung etwa 0,01 Prozent betragen haben. Die Ursache der Vermischung ist bislang nicht bekannt.

Backhaus sagte, sein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF sei stark erschüttert. Er werde sich nicht mit der bloßen Aussage des Konzerns zufriedengeben, wonach das nach Deutschland und Tschechien gelieferte Pflanzgut nicht von Verunreinigungen betroffen sei. Daher habe er das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei angewiesen, Proben aus Zepkow zur Untersuchung zu sichern. Qualitätsmanagement-Dokumente und Verfahrensabläufe bei der Pflanzkartoffelernte, -lagerung und -ausbringung würden jetzt umfassend geprüft. Für den Fall einer Verunreinigung müsse das gesamte Erntegut vernichtet werden.

Am Mittwoch treffen sich in Brüssel Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, der Überwachungsbehörden der Anbauländer und der BASF mit der Europäischen Kommission, um die Sachlage zu besprechen und notwendige Maßnahmen zu treffen. Backhaus sagte, er erwarte klare Maßgaben, um derartige Fehler zukünftig zu vermeiden. Noch besser wäre ein Anbauverbot der Amflora durch Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Weder Züchter noch Verarbeiter, Händler und Verbraucher bräuchten Amflora.

dapd

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