Iwer: «Wir stehen für so einen Kahlschlag nicht zur Verfügung»
Stuttgart (ddp-bwb). Die IG Metall hat am Dienstag scharfe Kritik
an den geplanten Stellenstreichungen beim Automobilzulieferer Getrag
geübt. Wie die Gewerkschaft nach Betriebsversammlungen in Ludwigsburg
und Neuenstein mitteilte, plant die Geschäftsleitung, bis Ende 2012
an den fünf deutschen Standorten rund 700 Arbeitsplätze zu streichen
und mindestens einen Standort zu schließen. Außerdem sollen die etwa
2700 Beschäftigten im Inland 2010 und 2011 auf ihr Urlaubs- und
Weihnachtsgeld verzichten und die Tariferhöhungen sollen für das
laufende und das kommende Jahr komplett ausgesetzt werden.
«Wir stehen für so einen Kahlschlag nicht zur Verfügung», betonte
Frank Iwer, zuständiger Tarifsekretär der IG-Metall-Bezirksleitung
Baden-Württemberg. Er bezeichnete die Pläne der Geschäftsleitung als
«eine Zumutung für die Belegschaft», hinter denen nicht der Hauch
eines industriellen Zukunftskonzeptes erkennbar sei. Als «größte
Frechheit» bezeichnete er es, dass die Belegschaft die geplanten
Massenentlassungen und die Schließung des Standortes Ludwigsburg
durch den Verzicht auf die Sonderzahlungen auch noch selbst bezahlen
solle.

Erst Anfang 2009 hatten sich Gewerkschaft und Geschäftsleitung auf
eine Restrukturierung des Unternehmens verständigt. Darin sind der
Erhalt der Standorte und eine Beschäftigungssicherung bis 31.
Dezember 2011, für Ludwigsburg sogar bis 2012, geregelt. Iwer
forderte deshalb das Unternehmen auf, sich auch an geschlossene
Verträge zu halten. Die Belegschaften hätten ihren Teil beigetragen,
um das Unternehmen zu restrukturieren und wieder nach vorne zu
bringen. «Wenn das Management versagt und kein Konzept hat, darf das
nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden»,
resümierte er.
(ddp)
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