Bis Ende Mai braucht das Land rund 23 Milliarden Euro vom Kapitalmarkt
Athen (ddp.djn). Die griechische Regierung will informierten
Kreisen zufolge in diesem Monat noch ein oder zwei weitere Anleihen
begeben. «Griechenland würde gerne rund zehn Milliarden Euro aus
Bondemissionen im März aufnehmen», sagte ein Regierungsbeamter am
Dienstag in Athen. «Es wird ein oder möglicherweise zwei Emissionen
geben», zitierte die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones
Newswires ihn weiter. Damit besitze der Staat dann «ein gutes
Kapitalpolster», bevor im April und Mai wieder Staatsanleihen fällig
würden. Die Regierung muss noch etwa 23 Milliarden Euro am
Kapitalmarkt einsammeln, um ihren Refinanzierungsbedarf bis Ende Mai
zu decken.
In der vergangenen Woche hatte die Regierung eine Anleihe mit
zehnjähriger Laufzeit über fünf Milliarden Euro erfolgreich am Markt
platziert. Die Anleihe war mit 6,25 Prozent verzinst worden. Zu
Beginn der Währungsunion musste Griechenland dagegen nur sehr geringe
Aufschläge für seine Staatsanleihen bezahlen. Allerdings hat das Land
durch manipulierte Statistiken seither viel Vertrauen zerstört, was
sich in den höheren Aufschlägen spiegelt.

«Wenn Griechenland weiterhin solche Zinsen zahlen muss, werden wir
definitiv ein Problem bekommen», sagte ein weiterer
Regierungsbeamter. «Diese Art von Rendite ist nicht aufrecht zu
erhalten.» Die Regierung hoffe hierbei auf ein Übereinkommen mit der
EU. «Es gibt darüber Diskussionen, damit Griechenland vernünftigere
Renditen zahlen kann», sagte die Person, die namentlich nicht genannt
werden wollte.
Nach Aussage des Beamten will Griechenland bei einer der nächsten
Emissionen vor allem Investoren in Asien und den USA erreichen. «Das
wird wahrscheinlich nach Mitte März oder im April stattfinden», sagte
die Person. «Geplant ist die Aufnahme zwischen fünf Milliarden und
zehn Milliarden Euro durch einen globalen Bond.»
(ddp)
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