«Was wir jetzt brauchen, ist eine beherzte Konsolidierung»
Frankfurt/Main (ddp). Bundesbankpräsident Axel Weber hat Plänen
für einen Europäischen Währungsfonds (EWF) eine Absage erteilt. Diese
Diskussion sei «völlig kontraproduktiv», sagte Weber am Freitag bei
der Vorstellung des Bundesbank-Geschäftsberichts für 2009 in
Frankfurt und fügte hinzu: Sie widersprächen dem europäischen
Rahmenwerk, das solche Hilfsaktionen nicht vorsehe. Weber forderte -
auch mit Blick auf Griechenland - eine Einhaltung des Stabilitäts-
und Wachstumspakts.
Der Maastricht-Vertrag sieht einen maximalen Schuldenstand von 60
Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und eine jährliche
Neuverschuldung von 3 Prozent vor. Griechenlands Neuverschuldung lag
2009 bei 12,7 Prozent. Das Land zahlt derzeit am Anleihemarkt im
Vergleich zu Deutschland einen Aufschlag von rund drei Prozentpunkten
für neue Schulden. Beobachter fürchten, Griechenland könnte bei der
Refinanzierung seiner bestehenden Schulden Probleme bekommen und in
Zahlungsverzug geraten und schlagen zumindest mittelfristig die
Einrichtung eines EWF vor. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble (CDU) hatte sich am Wochenende hierfür ausgesprochen.

Weber, Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB), hielt
dem entgegen, dass auch ein Fonds nicht helfe werde, wenn es im
jetzigen Rahmen nicht gehe, weil der Wille zur Konsolidierung fehle.
«Entscheidend ist der politische Wille der EU, die Einhaltung der
bestehenden Regeln voranzubringen», sagte er. Wenn es daran fehle,
brächten auch andere Lösungen nichts. «Was wir jetzt brauchen, ist
eine beherzte Konsolidierung», bekräftigte er.
(ddp)
Printer-friendly version |
Send to friend |
PDF version
Kommentare: