Ergebnis und Ausblick bleiben hinter den Erwartungen von Experten zurück - Aktie gibt nach
Bonn (ddp). Die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr zwar ihre
selbstgesteckten Gewinnziele übertroffen und für das laufende Jahr
weitere Verbesserungen in Aussicht gestellt. Experten zeigten sich
allerdings enttäuscht über den am Dienstag vorgelegten
Geschäftsbericht des Bonner Logistikkonzerns. Sie hatten sowohl beim
Ausblick für das laufende Jahr als auch beim Nettogewinn für 2009
wesentlich mehr erwartet. Die im DAX notierte Aktie gab deutlich
nach.
Der Vorstandsvorsitzende Frank Appel zeigte sich zufrieden mit der
Jahresbilanz: «Wir haben die Krise erfolgreich gemeistert». In allen
Bereichen des Konzerns seien «sehr solide Leistungen abgeliefert
worden». Nach einem Verlust von 1,7 Milliarden Euro 2008 sei aufgrund
von Einsparungen im vergangenen Jahr ein Gewinn von 644 Millionen
Euro erzielt gestiegen. Analysten hatten im Durchschnitt allerdings
mit mehr als 1,1 Milliarden Euro gerechnet.
Das Ergebnis (Ebit) vor Einmaleffekten verringerte sich den
Unternehmensangaben zufolge um 27 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro
und lag damit über der angehobenen Prognose von mindestens 1,35
Milliarden Euro. Analysten hatten hier mit 1,5 Milliarden Euro
geringfügig mehr erwartet. Der Umsatz sei wegen der Folgen der
globalen Wirtschaftskrise um 15 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro
zurückgegangen.

Für 2010 erwartet der Konzern einen weiteren Anstieg von Gewinn
und Umsatz. Auch das Ebit vor Einmaleffekten soll auf 1,6 Milliarden
bis 1,9 Milliarden Euro steigen. Analysten hatten laut Aussage eines
Händlers hier allerdings bislang mit 2,0 Milliarden Euro gerechnet.
«Dank unseres strikten Kostenmanagements und der konsequenten
Umsetzung unserer Strategie 2015 können wir nun überdurchschnittlich
von der zunehmenden Belebung der Weltwirtschaft profitieren», sagte
Appel. So werde eine moderate Erholung der weltweiten Transportmengen
erwartet. Große Zukäufe schloss der Vorstandsvorsitzende weiter aus.
Die Aktionäre sollen für 2010 und weitere Jahre entsprechend der
neuen Finanzstrategie 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns bekommen.
Für 2009 erhalten sie eine unveränderte Dividende von 0,60 Euro.
«Diese langfristige und auf Kontinuität ausgerichtete
Dividendenpolitik ist ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt, dass
wir unsere Attraktivität für Investoren weiter erhöhen», sagte
Finanzvorstand Larry Rosen.
Die BHF Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Die
Ergebnisse für das vierte Quartal seien im Rahmen der Prognosen
ausgefallen. Allerdings hätten die Nettoeinnahmen «klar unter den
Schätzungen» gelegen und der Ausblick für 2010 sei hinter den
Erwartungen zurückgeblieben. Das Bankhaus Merck Finck & Co zeigte
sich enttäuscht über das operative Ergebnis. Auch der Ausblick habe
enttäuscht. Die Kaufempfehlung werde daher überdacht. Die Aktie
verlor am Dienstag zwei Prozent auf 12,55 Euro.
(ddp)
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