Thüringens Umweltminister will Einleitung von Salzabwässern in die Werra nicht langfristig dulden
Erfurt (ddp-lth). Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) verstärkt
den Druck auf den Konzern K+S wegen dessen Salzlauge-Einleitungen in
die Werra. «Wir werden die Genehmigung für die Einleitungen im Jahr
2012 nicht verlängern, wenn der Konzern bis dahin kein Konzept
vorlegt, wie aus dem Fluss bis 2020 ein naturnahes Gewässer werden
soll», sagte der Minister in Erfurt. Sollte es so weit kommen, müsse
K+S die Produktion einstellen.
Reinholz warnte den Düngemittelhersteller davor, dann mit der
«sozialen Keule» zu kommen und mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu
drohen. «Die Verantwortung liegt beim Konzern, nicht bei der
Landesregierung.» K+S habe genug Zeit, Maßnahmen für die Genehmigung
einzuleiten. Bisher agiere der Konzern mit einer «Hinhaltetaktik».

Sein Ziel bleibe, K+S dazu zu bewegen, eine Eindampfungsanlage für
die Lauge zu bauen, sagte Reinholz. Der Bau der Eindampfanlage ist
ein Bestandteil einer Vereinbarung zwischen Thüringen, Hessen und K+S
aus dem vergangenen Jahr. Mit der in Unterbreizbach geplanten Anlage
soll sichergestellt werden, dass ab 2012 keine Salzabwässer mehr in
die Werra eingeleitet werden müssen.
Reinholz bekräftigte auch die Forderung nach einer Nordseepipeline
zur Salzlauge-Entsorgung. Dafür hatte sich auch der Runde Tisch
«Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion» ausgesprochen. Die
entsprechende Empfehlung hatte das Gremium am Montag an die
Umweltminister von Hessen und Thüringen sowie K+S übergeben. Der
Konzern hatte den Bau einer Fernleitung zuletzt abgelehnt.
(ddp)
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