Richtlinie gegen Leerverkäufe von Aktien
München (ddp). Deutschland und Frankreich wollen
Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und große Unternehmen mit einer
gemeinsamen Initiative eindämmen. Die «Süddeutsche Zeitung»
(Dienstagausgabe) berichtete vorab, Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollten von
EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schriftlich eine Richtlinie
gegen sogenannte Leerverkäufe von Aktien verlangen. Außerdem solle
der Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt werden. Zu
den Verfassern der Erklärung gehörten auch der Vorsitzende der
Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und der griechische
Ministerpräsident Giorgos Papandreou.
Bei ungedeckten Leerverkäufen veräußern Banken oder
Investmentfonds Aktien, die sie gar nicht besitzen, mit dem Ziel, den
Börsenkurs zu drücken und die Papiere dann günstig einzukaufen. Mit
einer Kreditausfallversicherung können sich Käufer einer Staats- oder
Firmenanleihe gegen einen Bankrott des Gläubigers versichern. Die
Papiere werden aber immer häufiger eingesetzt, um losgelöst von ihrem
ursprünglichen Zweck auf die Pleite eines Staates oder Unternehmens
zu wetten.

Nach Informationen des Blattes sind Merkel, Sarkozy, Juncker und
Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit,
sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen.
«Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist», hieß es
der Zeitung zufolge in Verhandlungskreisen.
(ddp)
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