Der CDU-Politiker soll private Interessen mit politischen Entscheidungen vermengt haben
Stuttgart (ddp-bwb). Staatssekretär Gundolf Fleischer (CDU) gerät
in der sogenannten Kiesaffäre immer mehr unter Druck. Die
SPD-Landtagsfraktion forderte nach Bekanntwerden der Funktionen von
Fleischer (CDU) in der Privatwirtschaft dessen Rücktritt. Laut
Landtags-Handbuch ist Fleischer Mitglied im Beirat der
Vermögensverwaltungsgesellschaft Alcadama und Berater der
Eigentümerfamilie. Zu dieser gehört die Schotterwerk GmbH in
Freiburg. Fleischer habe eklatant gegen den Geist der Verfassung und
des Ministergesetzes verstoßen, sagte Fraktionschef Claus Schmiedel
am Montag in Stuttgart.
Fleischer hatte ein von Bund und Land vereinbarten
Hochwasserbauprojekt am Oberrhein zwei Jahre lang blockiert.
Angeblich soll er ein Interesse daran gehabt haben, der KVG, ein
Zusammenschluss südbadischer Kies- und Straßenbaufirmen aus seinem
Wahlkreis, den Auftrag für den Kiesaushub zu verschaffen.
Amtierenden Mitgliedern der Landesregierung sei es im Sinne der
Verfassung untersagt, privatwirtschaftliche Interessen zu vertreten,
betonte Schmiedel. Damit erhärte sich auch der Verdacht der
Korruption in der CDU-Kies-Affäre. Diese Funktionen machten auch
deutlich, weshalb Fleischer die Entscheidung bei den Kies-Projekten
so lange blockiert habe.

Schmiedel fügte hinzu, dem Kabinett hätten die
privatwirtschaftlichen Funktionen des Staatssekretärs bekannt sein
müssen. Damit habe Fleischer die Gelegenheit erhalten, die Interessen
«seiner» Schotterwerke in den Vordergrund zu schieben. «Die
Landesregierung hat es zugelassen, dass ein Staatssekretär den
Hochwasserschutz aus egoistischen Gründen über zwei Jahre lang
verzögert hat», unterstrich Schmiedel.
Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann schloss einen
Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Kiesaffäre nicht aus.
Fleischer hätte diese Zusammenhänge längst offenlegen müssen, sagte
er. Möglicherweise hätte er sogar diese Tätigkeit nicht ausüben
dürfen.
(ddp)
Printer-friendly version |
Send to friend |
PDF version
Kommentare: