Isabel ist 13 und schwerbehindert. Dass sie heute mit Hilfsmitteln gehen, sich mit Hilfe eines Sprachcomputers verständlich machen kann, dass man merkt, wie clever sie eigentlich ist – all das verdankt sie der Petö-Therapie. Davon sind ihre Eltern überzeugt.
Das Mädchen war schon anderthalb Jahre alt, als die Spastik erkannt wurde. Vorher galt Isabel bei Kinderärzten schlicht als entwicklungsverzögert. Im sozialpädiatrischen Zentrum des Ev. Krankenhauses Oberhausen hörten ihre Eltern zum ersten Mal, dass es eine Therapie gibt, die zwar auch die üblichen Elemente aus Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie enthält, aber auch einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt – und deutlich größere Fortschritte bewirkt.
Der Erfinder der „konduktiven Therapie“, der ungarische Neurologe Andreas Petö, ging davon aus, dass das behinderte Kind seine Probleme nur dann bewältigen kann, wenn es sie versteht und sich bemüht, sie zu überwinden. Oberstes Ziel: Celebral geschädigte Kinder so bewegungsfähig zu machen, dass sie einmal ein möglichst selbständiges und unabhängiges Leben führen können.
Hört sich toll an, hatte aber einen entscheidenden Haken: Die Therapie wurde nur in Ungarn angeboten. Isabels Eltern reisten mit der Zweijährigen, die damals nur auf dem Rücken liegen konnte, nach Budepest. Schon drei Wochen später fing die Kleine an zu krabbeln.
Drei Mal nahmen die Eltern die Kosten und Strapazen der Ungarnreise auf sich, dann gab es eine Alternative: In ihrer Heimatstadt Gladbeck hatten Eltern mit dem gleichen Schicksal den Verein „FortSchritt NRW“ gegründet. Motor war und ist Udo Fischer, selbst Vater eines behinderten Sohnes.

Oliver Kahn
Die ersten Ortsvereine existieren seit Anfang der 90er Jahre. 1998 schlossen sie sich zum Bundesverband mit heute 16 Ortsgruppen in ganz Deutschland zusammen. Der Verband mit ca. 1500 Mitgliedern wählte Udo Fischer vor zwei Jahren zum Bundesvorsitzenden.
Der Bedarf an konduktiver Therapie ist gewaltig. Etwa 3000 Kinder und Jugendliche werden derzeit nach der Petö-Methode behandelt. Die Nachfrage steigt so rasant, dass elf der 16 Ortsvereine eigene Therapiezentren betreiben. Es gibt Kindergärten, in Ulm auch eine Privatschule und in Rosenheim gar die erste öffentliche Schule, in der die behinderten Kinder auf diese Weise therapiert werden.

Claudia Roth mit Günther Jauch
Trotz aller sichtbaren Erfolge übernehmen Krankenkassen die Kosten dieser Therapie nicht – sie bleibt für viele Familien unerschwinglich. Der Bundesverband FortSchritt ist deshalb dringend auf Spenden angewiesen. Kürzlich flossen 64 000 Euro auf das Spendenkonto. Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen, hatte sich bei Günther Jauchs Promi-Ausgabe von „Wer wird Millionär“ für diesen guten Zweck ins Zeug gelegt.
Leider sind solche Summen die absolute Ausnahme. „Das Spendenaufkommen ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen“, bedauert Udo Fischer und betont, dass Spendengeld ganz gezielt einzelnen Kindern zugute kommt. Damit sie, so wie Isabel und viele Andere, eines Tages ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können.
Bitten um Unterstützung werden bestimmt häufig an Sie bzw. Ihr Unternehmen herangetragen. „FortSchritt“ gehört ganz sicher zu den Institutionen, für die sich ein finanzieller Einsatz lohnt. Jeder Betrag ist willkommen. Spender werden in den kommenden Newsletter-Ausgaben veröffentlicht.
FortSchritt Bundesverband e.V.
Sparkasse Ulm
Kto.-Nr. 210 49 679
BLZ: 630 500 00

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