Ambiente im Einsatz bei der Kundenbindung und Mitarbeiter-Motivation
Wir verbringen viel Zeit in unseren Unternehmen, unseren Büros, unseren Arbeitsräumen. Hier treffen wir wichtige Menschen und nicht minder wichtige Entscheidungen. Design hat eine zweifache Komponente: Funktionailtät und Ästhetik.
Individuelles Handwerk, welches diese besonderen Merkmale vereinigt, mag im Europa des 21. Jahrhunderts eine Rarität sein, aber es existiert, und es verfolgt die Traditionen und entwickelt diese weiter, neben dem in Massen produzierenden Markt. Das Handwerk kann nur überleben, wenn es die Karte seiner Kreativität gegenüber dem massenproduzierenden Markt auspielt.
Marcel Epping wurde bereits im Rahmen des Gestaltungswettbewerbes "die gute form" für sein Meisterwerk "Weinbiente" ausgezeichnet. Frau van Dinther, Landtagspräsidentin des Landes NRW nahm die feierliche Preisübergabe vor.
Eppings Ziel, wie das anderer seiner Generation, ist es, mittels des Handwerks die moderne Welt neu zu erschaffen. Das Handwerk legt das Hauptaugenmerk auf sorgfältig ausgewählte Materialien und die detailliert und fachgerecht ausgeführte Konstruktion.
Wir haben in seinem geschäftigen Betrieb in Isselburg-Werth ein Interview mit ihm geführt. "Ein handwerklich gut gearbeitetes Möbelstück sollte Ihre Lebensqualität heraufsetzen", erklärte Marcel Epping, dessen Möbel in alle deutschsprachigen Länder geliefert werden, selbstsicher. "Es sollte so gut durchdacht sein, dass es sowohl eine Freude ist, es zu benutzen, als auch es zu besitzen. Er ist aus dem Grund zu diesem Handwerk gekommen, um Dinge zu erschaffen, die ihn überdauern. Möbel, die in Massen hergestellt werden, haben standardisierte Merkmale; man bekommt kein Geheimfach, wenn man Roller-SB- oder IKEA-Puzzle-Teile bestellt (falls doch, ist es, weil 3 Schrauben, die eigentlich hätten da sein sollen, nicht da sind). Die Flach-Pakete müssen sich wohl um den kleinsten gemeinsamen Nenner bemühen. Wenn Sie ein wenig speziell und anders sind, so mögen Sie die massenproduzierte Ware etwas gewöhnlich finden. Wenn Sie im Besitz eines Werkes von Marcel Epping sind, fühlen Sie, dass Sie zu der ersten vieler Generationen gehören, die dieses hüten und sich an dem täglichen Anblick und Gebrauch erfreuen.


Während ich den Erläuterungen Herrn Eppings bezüglich einzelner Stücke, deren Materialien, Verarbeitung, Besonderheiten, gedanklicher Historie sowie historischem Konnex lausche, habe ich das Gefühl, durch eine Kunstausstellung geführt zu werden.
"Überschreiten Sie", frage ich, "die Schwelle von Handwerk zu Kunst?"
"Genauso wie ein Künstler die Schwelle in der anderen Richtung überschreitet", antwortet der Hausherr. "Wissen Sie", fährt er fort, "es geht ja um das Gegenteil von Separierung, nämlich darum, das große Ganze zu sehen, Dinge in das Kunstwerk der Schöpfung zu integrieren."
Eppings Schöpfungen sind weit mehr als die Nachahmung althergebrachter Formen. Seine Handwerkskunst ist - ähnlich der Zauberei - ein absoluter Hochgenuss, eine Kombination zeitloser Eleganz und prosaischer Moderne.
Während er mir sein Meisterwerk weinbience zeigt, erläutert mir Marcel Epping seine Philosophie; er besitzt eine große Gabe, philosophische und historische und ästhetische Dinge in Einklang zu bringen. Doch was mich am meisten in Erstaunen setzt, ist der Umstand wie - nämlich wie von Geisterhand - sich der Deckel des Gegenstands öffnet, ein wunderbarer, fast schwereloser Übergang der Zustände.
Er ist nun dazu übergegangen, sein Arbeitsfeld auf das Büro-Ambiente auszudehnen.
"Jeder Mensch sehnt sich nach Wohlgefühl", sagt er. "Die seelischen und sozialen Komponeten unserer Befindlichkeit bleiben nicht außen vor, wenn wir die Bürotür hinter uns schließen. Für Geschäftsräume gelten insofern die gleichen Kriterien wie für unsere Privaträume, wobei noch andere Aspekte wie Geradlinigkeit und Sachlichkeit hinzukommen, die natürlich in meinem Wohnzimmer keine große Rolle Rolle spielen."
"Das moderne Management zeichnet sich durch klare, rasche Entscheidungen aus, und die wollen nicht in einem pragmatisch sterilen Operationsraum getroffen werden. Das Ambiente sollte dies auf angenehme Weise tun." Seine bislang angefertigten Ameublements sind oftmals in Händen von Kunden, die einer Bild-Veröffentlichung nicht zustimmen.
"Der Kunde kann sich in den Schaffensprozess so weit wie möglich und gewünscht einbringen, und das ist immer eine Freude für beide Seiten."

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