Warum hat Ihr Unternehmen eigentlich noch keine eigene Kundenzeitschrift? Zu teuer? Das ist ein altes Vorurteil, das längst nicht mehr greift. Kundenzeitschriften gewinnen im Rahmen des Corporate Publishing, also der Unternehmenspublikation, immer mehr an Bedeutung und werden bereits von vielen Unternehmen erfolgreich eingesetzt.
Insgesamt erscheinen in Deutschland mehr als 3500 Kundenzeitschriften mit einer Gesamtauflage von etwa 456 Millionen Exemplaren und einem Umsatz von ca. 4,4 Milliarden Euro. Medienforscher des Meinungsforschungs-Instituts TNS Emnid, dem Forum Corporate Publishing und der Deutschen Post haben im Jahr 2006 die Ergebnisse von 37 Studien mit mehr als 17.000 Befragten zusammengefasst, um die Effizienz der Kommunikationsart Corporate Publishing zu messen.

Es zeigte sich, dass Kundenzeitschriften nicht nur regelmäßig und intensiv genutzt werden, sondern durch Weitergabe auch zusätzliche Kontakte erzielen. 90% der Befragten hielten die gelieferten Informationen für glaubwürdig, objektiv und kompetent, was darauf schließen lässt, dass die Unternehmen es überwiegend verstehen, ihre Botschaften erfolgreich an den Leser zu kommunizieren. Ein weiteres Ergebnis war, dass durch eine Zeitschrift die Kundenbindung gesteigert wird und diese damit einen nachweisbaren Return on Investment erzielt.
Die OBN sprachen mit Heike Steinmetz, freie Journalistin und Autorin des Buches „Erfolgsfaktor Kundenzeitschrift. Von der Idee zum Vertrieb“, darüber, wie eine Kundenzeitschrift zu einem Erfolg wird.

Heike Steinmetz: „Erfolgsfaktor Kundenzeitschrift. Von der Idee zum Vertrieb“
Oxford Business News: Lohnt es sich für ein Unternehmen eine Kundenzeitschrift herauszugeben?
Heike Steinmetz: Auf jeden Fall! Eine Kundenzeitschrift kann ein sehr effektives Instrument zur langfristigen Kundenbindung und damit zur Wertschöpfung sein. Von großen Unternehmen wie zum Beispiel BMW oder Mercedes wird sogar erwartet, dass sie eine eigene Zeitschrift herausgeben, die ihre Kunden auf dem Laufenden hält.
Es gibt aber noch mehr Gründe, die dafür sprechen: Das Unternehmen kann seine Produkte oder Dienstleistungen präsentieren, den Kundennutzen umfassend darlegen und die Vorteile gegenüber den Wettbewerbern erläutern. Eine Kundenzeitschrift unterstreicht die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und schafft eine Vertrauensbasis für den Kunden. Langfristig lohnt sich eine eigene Zeitschrift auf jeden Fall, es ist ein Service, den die Kunden honorieren.
Oxford Business News: Ab welcher Unternehmensgröße ist eine Kundenzeitschrift sinnvoll?
Heike Steinmetz: Die Entscheidung eine Kundenzeitschrift herauszugeben ist weniger eine Frage der Mitarbeiterzahl oder des Umsatzes, viel wichtiger ist, wieviele Kunden man erreichen möchte und was vermittelt werden soll. Sinnvoll ist es auch für Unternehmen, die mit Kunden in Kontakt bleiben möchte, mit denen ein persönlicher Kontakt nicht möglich ist.
Viele denken bei dem Wort Kundenzeitschrift an ein teures Hochglanzmagazin mit 100 Seiten, dabei gibt es eine große Auswahl von Möglichkeiten, auch für kleine und mittlere Unternehmen, die in einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis liegen und keineswegs das Budget sprengen. Oft genügt auch ein 8-Seiter oder ein Newsletter, um die gewünschte Wirkung zu erreichen.
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